Im Bundesland Bremen hat sich seit über 40 Jahren eine vielfältige Kooperationslandschaft entwickelt, in der Kulturinstitutionen, freie (sozio-)kulturelle Initiativen, Tanzkompanien und Orchester sowie Künstler:innen Angebote für Kinder und Jugendliche an und mit Schulen machen. Innovative Projektideen wurden unterrichtsnah oder außerhalb des Unterrichts, an außerschulischen Lernorten oder auch im Schulgebäude umgesetzt. Die Zeitfenster finden sich im Ganztag, in Arbeitsgemeinschaften, Projekttagen – und Wochen oder in Formaten für bestimmte Jahrgänge.
Allen Maßnahmen liegt die Erfahrung zu Grunde, dass kulturelle Bildung ein gemeinsames Lernen und Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem familiärem, kulturellem und sozialem Hintergrund stärkt. Kulturelle Bildung trägt zur Entwicklung emotionaler und kognitiver Kompetenzen bei, ist zugleich Übungsfeld für ein tolerantes Miteinander und verbessert somit insgesamt die Bedingungen für eine gelingende Bildungsbiografie. Aus diesem Grunde fördert der Senator für Kinder und Bildung gezielt Maßnahmen und Projekte im Bereich der Künste und der kulturellen Schulentwicklung, die hier vorgestellt werden.
Der Orientierungsrahmen Kulturelle Bildung Qualitätsmodul Kulturelle Bildung (pdf, 1.4 MB) beschreibt Merkmale und Kriterien guter kultureller Bildung. Die Erprobungsphase ist nun abgeschlossen und geplant ist der Erlass im Herbst 2025.
Auf der digitalen Plattform finden sich Formate, Methoden und Herangehensweisen für die künstlerische Arbeit in Schulen. Es werden Arbeitshilfen und Praxiseinblicke aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Musik, Tanz und Theater vorgestellt. Die Kunstlabore sind ein Projekt von MUTIKgGmbH, gefördert von der Stiftung Mercator.
Im Rahmen des Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in Schule“ wurden 23 freischaffende Künstler:innen von Mai 2022 bis Juni 2023 für Projekte kultureller Bildung an Schulen weiter qualifiziert. Die Teilnehmenden aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Literatur, Tanz und Schauspiel und arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie Fotografie, Graffiti, Textilkunst und Landschaftsarchitektur. Sie konzipierten Praxisprojekte für alle Schularten und –formen und führten diese erfolgreich durch. Die Künstler:innen können für weitere Projekte angefragt werden. Portfolios werden auf Anfrage zugesandt. Der Kurs wurde adaptiert vom Pilotprojekt "Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung" der Universität Hildesheim, ausgerichtet von der Senatorin für Kinder und Bildung und dem Senator für Kultur, gefördert von der Stiftung Mercator und dem Landesprogramm Schüler:innen stärken.
Beim Schulhausroman entwickeln Schüler:innen von Bremer Oberschulen gemeinsam mit professionellen Schreibtrainer:innenn, allesamt renommierte Autor:innen, eine eigene Geschichte und eigene literarische Figuren. Das Projekt richtet sich gezielt an bildungsfern aufwachsende Schülerinnen und Schüler, die einen erhöhten Förderbedarf in der Sprachentwicklung haben. Der Schulhausroman ist ein Projekt vom virtuellen Literaturhaus Bremen und wird von starken Partnern unterstützt.
Kreativpotentiale Bremen ist eine Initiative der Senatorin für Kinder und Bildung, die von 2014 bis 2022 von der Stiftung Mercator im Rahmen des Stiftungsprogramms "Kreativpotentiale" gefördert wurde. Kooperationspartner war der Senator für Kultur. Das Bremer Programm unterstützte weiterführende Schulen bei der Entwicklung eines kulturellen Profils und war getragen von der Auffassung, dass kulturelle Bildung die Gestaltung individueller Zugänge zum Lernen bereichern kann und im Umgang mit heterogenen Lerngruppen, bei Sprachförderung und der Kreativitäts- und Persönlichkeitsentwicklung zusätzliche Handlungsoptionen eröffnen kann. Qualitätsmerkmale und Gelingensbedingungen für kulturbezogene Schulentwicklungsvorhaben wurden entwickelt sowie kulturelle Praxisprojekte realisiert. Fortbildungen und Vernetzungstreffen wurden gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schule und der Quartier gGmbH durchgeführt.
Die Quartier gGmbH ist seit über 25 Jahren in der kulturellen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Bremer Stadtteilen tätig. Als Programmagentur beriet und begleite sie Schulen z.B. bei der Konzeption und Realisierung kultureller Praxis und der Vernetzung mit geeigneten Künstler:innen und (Kultur-) Einrichtungen im Stadtteil.
Den Abschluss den Programms bildete am 24.11.2024 die Kulturbörse.
Das entstandene Netzwerk Kulturelle Bildung wird seitdem weiter gepflegt und einmal jährlich eine Fortbildung „Entwicklungslabor Kulturelle Bildung“ angeboten.