Gute Schulen sind kein Zufallsprodukt. Sie entstehen dort, wo Qualität gemeinsam verantwortet, systematisch weiterentwickelt und konsequent auf das Lernen der Schüler:innen ausgerichtet wird. Mit dem Landesrahmen Schulqualität Landesrahmen Schulqualität (pdf, 4 MB) legt das Land Bremen hierfür einen verbindlichen, zugleich entwicklungsfähigen Bezugsrahmen vor – für alle allgemeinbildenden Schulen in Bremen und Bremerhaven. Der Landesrahmen Schulqualität bündelt den gemeinsamen Anspruch, Bildungsqualität sichtbar zu machen, gezielt zu stärken und nachhaltig zu sichern. Er schafft Klarheit darüber, was gute Schule im Land Bremen ausmacht, und bietet allen Beteiligten eine verlässliche Grundlage für schulische Qualitätsentwicklung. Dabei steht nicht Verwaltung im Mittelpunkt, sondern der Mehrwert für die pädagogische Praxis: Orientierung, Fokussierung und Unterstützung für wirksames Handeln in Schule.
Im Zentrum des Landesrahmens stehen die Basiskompetenzen der Schüler:innen. Lesen, Schreiben, Mathematik, sprachliche Bildung, überfachliche Kompetenzen und personale Entwicklung bilden das Fundament für erfolgreiche Bildungsbiografien, gesellschaftliche Teilhabe und lebenslanges Lernen. Schulische Qualität zeigt sich dort, wo es gelingt, diese Basiskompetenzen für alle Lernenden systematisch aufzubauen und weiterzuentwickeln – unabhängig von Herkunft, Lebenslage oder individuellen Voraussetzungen. Qualitätsentwicklung ist dabei eine gemeinsame Verantwortung. Schulen, Schulaufsicht, Unterstützungssysteme und Schulverwaltung wirken zusammen, um auf der Basis von Daten professionellem Austausch und klaren Zielvereinbarungen Entwicklung zu ermöglichen. Der Landesrahmen Schulqualität verbindet diese Ebenen und schafft eine gemeinsame Sprache für Qualitätsarbeit in Schule und System.
Der Landesrahmen ist modular aufgebaut. Neben dem Kernrahmen Schulqualität ergänzen Qualitätsmodule zu den Querschnittsthemen diesen und ermöglichen vertiefte inhaltliche Schwerpunktsetzungen. Dazu zählen:
o Sprachbildung
o Kulturelle Bildung
o Bildung in der digitalen Welt
Weitere Module befinden sich im Aufbau:
o Bildung für nachhaltige Entwicklung wird derzeit pilotiert,
o das Qualitätsmodul „Politische Bildung“ befindet sich in der Entwicklung.
Dieses Modulsystem ermöglicht es Schulen, ihre Qualitätsarbeit passgenau, kohärent und anschlussfähig zu gestalten, ohne den gemeinsamen Qualitätskern aus dem Blick zu verlieren. Die Module sind dabei nicht additiv, sondern aufeinander bezogen und inhaltlich verzahnt und verlinkt.
Der Landesrahmen Schulqualität versteht sich ausdrücklich als dynamisches Instrument. Er ist nicht statisch angelegt, sondern wird auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, bildungspolitischer Schwerpunktsetzungen und praktischer Erfahrungen kontinuierlich weiterentwickelt. Qualitätsentwicklung wird damit als lernender Prozess verstanden – auf Ebene der einzelnen Schule ebenso wie auf Ebene des Landes. Mit dem Landesrahmen Schulqualität formuliert das Land Bremen einen klaren bildungspolitischen Anspruch: Schulen in Bremen und Bremerhaven sollen Orte hoher fachlicher Qualität, verlässlicher Beziehungen und chancengerechter Bildungsangebote sein. Der Bildungserfolg jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers steht dabei im Mittelpunkt.
Die Auswahl und Zusammenstellung der Qualitätsmerkmale und –kriterien erfolgten aufgrund evidenzbasierter Relevanz; eine Gewichtung der aufgeführten Merkmale wird bewusst nicht vorgenommen. Die Schulen in Bremen praktizieren eine Pädagogik der Vielfalt, in welcher alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ethnischer oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Hautfarbe, Leistungsstand usw. ihren Platz in der Lerngruppe haben, gleichwertig akzeptiert und im Sinne der Potenzialentwicklung gefördert werden.
Der Landesrahmen Schulqualität lädt alle an Bildung Beteiligten ein, diesen Anspruch gemeinsam zu tragen und Schule im Land Bremen kontinuierlich besser zu machen.