Das „Bremer Leseband“ ist eine wegweisende Initiative, die im März 2023 in Kooperation mit dem Senator für Kinder und Bildung (SKB) und der Unternehmerstiftung für Chancengerechtigkeit (USC) gGmbH startete. Über die nächsten fünf Jahre hinweg wird dieses nachweisbar wirksame Förderkonzept an allen Grundschulen sowie in den 5. und 6. Klassen der Oberschulen in Bremen und Bremerhaven implementiert und verstetigt.
Lesen ist eine der Schlüsselkompetenzen für eine erfolgreiche Schullaufbahn und Persönlichkeitsentwicklung. Das Bremer Leseband ist daher ein zentraler Baustein der Gesamtstrategie "Gute Bildung Bremen", die allen Kindern chancengerechtes und leistungsorientiertes Lernen ermöglicht.
Eine verbindliche, tägliche Lesezeit von 25 Minuten zieht sich wie ein roter Faden durch den Schulalltag aller teilnehmenden Kinder. Dabei setzt das Programm auf Lautlesemethoden wie Tandemlesen, Chorisches Lesen, Würfellesen oder Hörbuchlesen. Diese Methoden haben sich besonders bei schwachen Leser:innen als effektiv erwiesen und tragen zur Verbesserung der Leseflüssigkeit und des Leseverständnisses bei.
Alle Lehrkräfte an den beteiligten Schulen werden in den Methoden der Lautleseverfahren geschult, um die Leseflüssigkeit als Basis der Lesekompetenz zu verbessern. Lesestrategien schließen sich an. Durchgeführt werden diese Fortbildungen durch das Landesinstitut für Schule in Bremen(LIS), die Universität Bremen und die Universität Kiel.
Durch eine flächendeckende begleitende Lernverlaufsdiagnostik können Lehrkräfte gezielt Förderbedarfe erkennen, auf den individuellen Lernfortschritt der Kinder eingehen und ihre Leseförderung entsprechend anpassen. Dafür werden zur Diagnostik passende Fördermaterialien zur Verfügung gestellt.
Neue Leseansätze, digitale Plattformen und abwechslungsreiche Lesematerialien unterstützen Lehrkräfte dabei, die Lesezeit spannend und auf die Bedürfnisse ihrer Schüler:innen zugeschnitten zu gestalten.
Das Bremer Leseband basiert auf dem erfolgreichen Hamburger Leseband, das nachweislich zu signifikanten Verbesserungen der Lesekompetenz geführt hat. Das Hamburger Leseband wurde von Prof. Gailberger, Universität Kiel, aus dem Programm „BISS Transfer (Bildung durch Sprache und Schrift)“ entwickelt. Im bundesweiten Vergleich verbesserte sich Hamburg im Bereich „Lesen“ von Platz 14 (2011) auf Platz 3 (2022). Diese Erfolge sind unter anderem auf die systematische Leseförderung im Rahmen der Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)“ zurückzuführen.
Zusätzlich arbeitet Bremen mit der Reinhard Mohn Stiftung und dem Zentrum für Bildung und Chancen Gütersloh zusammen, die ebenfalls erfolgreiche Leseförderungsprogramme umgesetzt haben.
25 Grundschulen aus Bremen und Bremerhaven machten im Schuljahr 2023/2024 den Anfang. Zu Beginn werden alle Grundschullehrkräfte in den Grundlagen der Lese- und Sprachförderung und den Lautleseverfahren des Lesebands fortgebildet. Seit dem 01.02.2024 ist die tägliche Lesezeit an den Schulen fest im Tagesablauf integriert. Schrittweise wird das Programm auf alle Grundschulen sowie die 5. und 6. Klassen aller Oberschulen im Land Bremen ausgeweitet.
Ein Beispiel zur Umsetzung aus der Gorch-Fock-Schule (pdf, 1013.3 KB).
Die Umsetzung des Bremer Lesebands wird von renommierten Bildungsinstituten und Experte:innen begleitet. Das Institut für Qualitätsentwicklung (IQHB), Prof. Swantje Weinhold von der Universität Bremen und ihr Team, Prof. Gailberger von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und sein Team, Vertreter:innen des Bremer Landesinstituts für Schule und der SKB sorgen für hochwertige Fortbildung, Begleitung und Evaluation des Bremer Lesebandes. Auch Schulleitungen und Lehrkräfte sind in die Entwicklung und Umsetzung eingebunden.
Die Unternehmerstiftung für Chancengerechtigkeit begleitet und unterstützt die angestoßene Reform des Bremer Bildungssystems durch Projektmanagement, wissenschaftliche Begleitung, Evaluation und die Übernahme von Materialkosten für Schulen.
Die Unternehmerstiftung für Chancengerechtigkeit (USC) gGmbH wurde 2021 gegründet und vereint einige von Deutschlands erfolgreichsten Unternehmern, die sich für Chancengerechtigkeit junger Menschen engagieren. Die Stiftung arbeitet gezielt in Koalitionen aus Entscheidungsträger:innen und Praktiker:innen, um strukturelle Hürden im Bildungsbereich zu überwinden.
Das Bremer Leseband ist ein wegweisendes Programm, das zeigt, wie strukturierte Leseförderung für alle Kinder möglich ist. Wir sind stolz darauf, Teil dieser Initiative zu sein und einen wichtigen Beitrag zur Bildungschancengerechtigkeit zu leisten.