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FAQ

Häufig gestellte Fragen


  

Gibt es ein Konzept zur Sporthallenbelegung in Bremen von Seiten der Sozialbehörde?

Immobilien Bremen hat alle großen Turnhallen, auf die die Stadt Bremen unmittelbaren Zugriff hat, auf ihre grundsätzliche Eignung geprüft. Maßgeblich für die Auswahl aus Sicht der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport war aufgrund des Betreuungsaufwands die Hallengröße. Es kamen und kommen lediglich große Objekte mit drei Hallensegmenten in Betracht (Stand 16.11.2015). Ferner muss durch Bauordnung und Feuerwehr die prinzipielle Eignung als Notunterkunft festgestellt werden. In gemeinsamen Gesprächen wurde und wird mit der Senatorin für Kinder und Bildung und dem Landessportbund Bremen die in den jeweilig folgenden Wochen erforderliche Anzahl an Hallen ausgewählt.
  

Eine Voraussetzung für das Abitur ist, dass in jedem Halbjahr ein Sportkurs belegt wurde (KMK Beschluss). Wie wird mit der Erfüllung dieser Voraussetzung in Bremen umgegangen, wenn kein Sportunterricht in der Oberstufe gegeben werden kann? Erhalten die Schüler trotzdem ein vollwertiges Abitur, mit dem sie sich bundesweit an Universitäten bewerben können?

Für Sport besteht eine Belegungsverpflichtung in der Q-Phase der GyO (§ 8 Abs. 1 Nr.6 GyO-VO), es besteht die Möglichkeit – unter bestimmten Bedingungen, bis zu drei Sportkurse in die Gesamtqualifikation einzubringen (§ 8 Abs. 2 Nr. 2a AP-V). Ist Sport Prüfungsfach/Leistungskurs, müssen die Sportkurse aus jedem Halbjahr der Q-Phase eingebracht werden (§ 8 Abs. 1 Nr. 1). Zu unterscheiden sind die beiden Fälle:

1. Sport als Prüfungsfach/Leistungskurs
Die Schülerinnen und Schüler müssen angemessen auf die Abiturprüfung vorbereitet werden, hierzu gehört auch die hinreichende Vorbereitung auf die sportpraktische Prüfung. Die Kurse eines Prüfungsfaches sind nach AP-V zwingend in die Gesamtqualifikation einzubringen, diese Regelung aus der AP-V ist unmittelbar aus der entsprechenden KMK-Vereinbarung übernommen worden, die die Gleichwertigkeit des Abiturs und damit seine gegenseitige Anerkennung sichern soll. Somit werden an den entsprechenden Schulen diese Kurse angeboten werden.

2. Sport als Belegungsverpflichtung – sportpraktischer Kurs
Aus der Belegungsverpflichtung und der Einbringungsmöglichkeit für die Schüler ergibt sich nicht zwingend ein Einbringungsrecht für das Fach Sport. Dem Einbringungsrecht kann vielmehr auch über Ersatzkurse entsprochen werden. Wenn also kein Sportunterricht aus organisatorischen Gründen erteilt werden kann – mangels Hallenkapazität - können bzw. müssen Ersatzkurse angeboten werden, die sowohl die Gesamtstundenverpflichtung für Schüler erfüllbar macht als auch eine hinreichende Auswahlmöglichkeit bei der Einbringung von Kursen gewährleistet

Die Behörde versucht jedoch zu gewährleisten, dass Sport als Grundkurs in allen Schulen weiter angeboten werden kann.
  

Wie werden Noten für das Schulfach Sport vergeben, wenn wegen der Belegung der Sporthallen kein ordentlicher Sportunterricht gegeben werden kann?

Auch ohne eigene Sporthallen besteht für die Schulen die Möglichkeit, Sportunterricht anzubieten. Schulen können auf andere Hallen ausweichen, Anmietungen bei externen Anbietern sind zum Teil möglich, Sportunterricht kann in der Aula oder - je nach Wetterbedingungen – auch draußen stattfinden. Somit besteht stets die Möglichkeit, dass der Sportunterricht zumindest partiell angeboten und daher auch bewertet werden kann.

Im Bildungsplan Sport sind die Möglichkeiten zur Zensurenfindung im Unterrichtsfach wie folgend dargestellt: „Grundsätze der Leistungswertung: „Bewertet werden die im Unterricht und für den Unterricht erbrachten Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die im Unterricht vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie sie in den „Anforderungen“ (Standards) beschrieben sind. (…) Die beiden notwendigen Beurteilungsbereiche sind: 1. Sportlich motorische Leistungen 2. Laufende Unterrichtsarbeit (…) Laufende Unterrichtsarbeit: Dieser Beurteilungsbereich umfasst mündliche Mitarbeit und Kenntnisse, soziales und sportliches Verhalten, individueller Lernzuwachs (beobachtbares Verhalten bei Bewältigung von Lernprozessen), längerfristig gestellte häusliche Arbeiten (z.B. Referate) und Gruppenarbeit und Mitarbeit in Unterrichtsprojekten (Prozess - Produkt - Präsentation)“.

Somit gibt es ausreichend Möglichkeiten, sollte der Sportunterricht nur partiell ausfallen, die Zensur für dieses Unterrichtsfach zu begründen.

Sollte dies nicht möglich sein greift die Verordnung für Zeugnisse und Lernentwicklungsberichte an öffentlichen Schulen, §6: "Bei Fächern, die laut Stundentafel und Beschluss der Schule hätten erteilt werden müssen, nicht aber erteilt werden konnten, ist das für die Note vorgesehene Feld durchzustreichen".
  

Wie lange soll die Belegung der Schulturnhallen dauern?

Die Belegung von Hallen für die Unterbringung soll schnellstmöglich beendet werden. Es gibt auch Pläne zur Rückführung von Hallen für die schulische Nutzung und die Nutzung von Vereinen. Zum aktuellen Zeitpunkt können noch keine Prognosen abgeben wird, ob und wann mit der Rückführung von Hallen begonnen werden kann oder ob noch weitere Hallen als Notunterkünfte belegt werden müssen.
  

Besteht die Gefahr von ansteckenden Krankheiten? Müssen alle Flüchtlinge eine Gesundheitsuntersuchung machen?

Nein. Alle Schülerinnen und Schüler, die in Vorkursen aufgenommen werden, durchlaufen eine schulärztliche Untersuchung vor der Aufnahme in den Vorkurs. Das Gesundheitsamt untersucht bei allen Neuzugängen an Flüchtlingen und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nach ansteckenden Krankheiten. Grund zur Besorgnis gibt es nicht.
  

Gibt es Regelungen, wie und wo sich Flüchtlinge und Schüler auf dem Gelände der Schule bewegen dürfen, wenn Flüchtlinge in Turnhallen auf dem Schulgelände untergebracht sind?

Für die unterschiedlichen Gegebenheiten werden passende Lösungen gefunden, um den Schulbetrieb nicht oder möglichst wenig zu beeinträchtigen. Dies ist bisher durch eine gute ressortübergreifende Zusammenarbeit gut gelungen. Nur in der Anfangszeit kommt es hin und wieder zu kleinen Problemen, wenn noch nicht alle Abläufe eingespielt sind. Bei Bedarf kann auch über das Lagezentrum um Unterstützung gebeten werden.
  

Gibt es einen Austausch zwischen Schulleitungen und den Trägern der Flüchtlingsunterkünfte in Turnhallen?

Ja. Darüber hinaus gibt es einen wöchentlichen ressortübergreifenden Austausch.
  

Warum wird der Sprachunterricht in den Vorkursen auf ein Jahr begrenzt?

Die Begrenzung auf ein Jahr ist in allen Ländern üblich. In der Sek I und Sek II soll innerhalb eines Jahres sprachlich ein B1 Niveau erreicht werden. Die Aneignung einer Bildungssprache ist aber ein Prozess über Jahre. Auch nach dem Besuch des Vorkurses haben Schülerinnen und Schüler einen Sprachförderbedarf. Für die Begrenzung gibt es außerdem fachliche Gründe. Eine neue Sprache lernt man ab einem bestimmten Niveau in einer natürlichen Sprachumgebung. Die Grundsätze und Empfehlungen für eine durchgängige Sprachbildung sind im Sprachförderkonzept von 2012 beschrieben. Die Schulen haben schuleigene Sprachförderkonzepte, jede Schule hat eine Sprachberaterin/einen Sprachberater.
  

Gibt es für Flüchtlingskinder weiter Sprachunterricht, wenn sie in die Regelklassen der Schule kommen?

Ja. Die Sprachbildung erfolgt während des normalen Unterrichts über das Konzept der durchgängigen Sprachförderung. Darüber hinaus haben alle Schulen Förderressourcen, um geeignete sprachliche Unterstützungsangebote zu realisieren.
  

Gibt es ein Konzept der Schulen, wie die Integration von Flüchtlingskindern in die normalen Klassen erfolgt?

Die Grundschulen und die Oberschulen mit einem Vorkurs an der Schule lassen die Kinder von Flüchtlingen wie andere zugewanderte Schülerinnen und Schüler während des Besuchs des Vorkurses bereits an Regelangeboten teilnehmen. Die Vorkurslehrkräfte entwickeln in Abstimmung mit ZUP-Leitung, Sprachberaterin/Sprachberater, Klassenlehrkräften und der Schülerin/dem Schüler individuell gestaltete Pläne für die Teilnahme an Regelangeboten. Es gibt Kinder von Flüchtlingen, die sich schon sehr schnell den überwiegenden Besuch von Regelangeboten zutrauen oder Kinder von Flüchtlingen, die zunächst am Unterricht ausgewählten Fächer teilnehmen. Es gibt aber auch Kinder von Flüchtlingen, die zunächst einen geschützten und vertrauten Rahmen des Vorkurses über einen längeren Zeitraum weiter für die eigene Stabilität und zum Erlernen der deutschen Sprache brauchen.

Für den Besuch von Regelangeboten bieten sich Fächer wie Sport, Kunst, Musik, sowie Sprachangebote an. Auch bei noch nicht sehr stabilen Deutschkenntnissen können Kinder von Flüchtlingen über die Vorerfahrungen aus Unterrichtsinhalten der Herkunftsländer durchaus erfolgreich am Unterricht teilnehmen und eine je nach den unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen wenige bis überwiegende Unterrichtsinhalte verstehen.
  

Nach welchen Kriterien werden Flüchtlingskinder einer bestimmten Schule zugewiesen?

Zugewanderte Schülerinnen und Schüler werden in Abhängigkeit von ihrem Alter und auf der Grundlage amtlicher Dokumente über ihre Vorbildung im Herkunftsland einer Vorbereitungsmaßnahme an einer allgemein bildenden Schule zugewiesen. Die Aufnahme erfolgt jederzeit – unabhängig von den Organisationsterminen. Bei der Zuweisung wird, insbesondere bei jüngeren Kindern, die Länge des Schulwegs berücksichtigt. Schülerinnen und Schüler, die älter als 16 Jahre alt sind, werden von den berufsbildenden Schulen in eine Maßnahme der Berufsvorbereitung aufgenommen oder besuchen einen Vorkurs der gymnasialen Oberstufe.
  

Bekommen die Regelklassen, die Flüchtlingskinder aufnehmen, eine personelle Unterstützung?

Eine Unterstützung erfolgt über die der Schulen zur Verfügung stehenden Personalressourcen nach festgelegten Parametern. Eine gesonderte Zuweisung für Kinder von Flüchtlingen gibt es nicht.
  

Wie gehen die Schulen mit traumatisierten Kindern um? Gibt es professionelle Hilfe?

Über das Landesinstitut für Schulen wurden und werden geeignete Fortbildungsangebote vorgehalten. Die ZUP-Leitung der Schule organisiert bei Bedarf geeignete Unterstützungssysteme für traumatisierte Kinder in Zusammenarbeit mit den ReBuZ.
  

Bekommt angesichts der Herausforderungen der Aufnahme von Flüchtlingskindern in die Schulen nun jede Schule einen Schulsozialarbeiter?

Das ist eine sinnvolle Idee. Die Senatorin für Kinder und Bildung hat die Mehrbedarfe in Zusammenhang mit der Integration von Kindern von Flüchtlingen artikuliert.
  

Werden auch Kinder von Flüchtlingen, die wahrscheinlich kein Bleiberecht bekommen, einer Regelklasse zugewiesen?

Ja. Bei der Integration von Kindern von Flüchtlingen spielt der Aufenthaltsstatus eines Kindes keinerlei Rolle.
  

Wie will die Bildungsbehörde die Beschulung von Kindern organisieren, wenn die Regelklassen alle schon voll sind?

Die Richtfrequenzen werden bisher nur an wenigen Schulen in wenigen Jahrgangsstufen leicht überschritten. Über eine regionale Verteilung der Schülerinnen und Schüler kann eine möglichst gleichmäßige Auslastung der Schulen erreicht werden. Die Kapazitäten der ersten und fünften Jahrgangsstufen sollen in Erwartung weiter Zugänge im Laufe der nächsten Schuljahre möglichst nicht so eng geplant werden, sofern dies die Haushaltslage erlaubt.
  

Wird sich die Schul- und Unterrichtssituation für unsere Schüler durch die Aufnahme von Flüchtlingskindern räumlich, personell verschlechtern?

Die Integration von Kindern von Flüchtlingen stellt für die Stadt und somit auch für die Schulen eine Herausforderung dar. Die bestehenden Rahmenbedingungen der Schulen sollen erhalten bleiben, dennoch sind zusätzliche Herausforderungen nicht zu vermeiden.