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Zusammen für mehr Chancengleichheit: Fachtag des Arbeitskreises Kinder

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25.02.2020 - "Chancengleichheit für alle Kinder in Bremen im Spiel, Lernen und Teilhaben" lautete der Titel eines Fachtages, veranstaltet vom Arbeitskreis (AK) Kinder in Bremen. Experten, Akteure aus Stadtteilen, Schulleitungen, Behördenvertreter und die Senatorin für Kinder und Bildung, Dr. Claudia Bogedan, verfolgten Vorträge und Präsentationen. In einem Gallery Walk wurden besondere Projekte vorgestellt, mit denen Kinder und auch Eltern bereits seit längerem gestärkt werden oder noch gestärkt werden sollen. Dazu gehören die "Gesundheitswoche in Lüssum", das "Fahrradprojekt Rund ums Rad in Grohn", die Kinder-Eltern-Schulen "KESCH" und "GidS" in Blockdiek und Ellenerbrok, der "Campus Schweizer Viertel", die "Farmklasse Huchting", das "Lernhaus Kattenturm", das Projekt "Family Literacy in Gröpelingen" und das "Ernährungsprojekt Kita am Nonnenberg". Bogedan hatte sich einige dieser Projekte schon vor Ort in den Stadteilen angesehen, weitere wurden ihr jetzt mit viel Leidenschaft präsentiert.

Zuvor hatte Prof. Dr. Hans Brügelmann in einem Impulsvortrag die Bedeutung von Kitas und Schulen unterstrichen, die in Familien- und Gemeindezentren, möglichst zu kleinen Campus, weiterentwickelt werden müssten. Dies sei unter anderem wichtig, um das soziale Umfeld der Kinder (Familien) zu stärken und um Übergänge (Beispiel: Kita zur Grundschule) zu erleichtern, Aktivitätsräume sowie Zugänge zu kulturellen Erfahrungen zu eröffnen und vorhandene Ressourcen/Kräfte zu koordinieren und zu bündeln. "Die Kontinuität von Bildungsbiografien von Kindern sind horizontal und vertikal abzusichern", so Brügelmann. Lernen vollziehe sich nicht additiv mit separaten Bildungspäckchen in Fächern, beziehungsweise Institutionen, sondern sei eng mit der Entwicklung der Person verbunden. Dafür brauche es quartiersbezogene gemeinsame Konzepte zur Zusammenarbeit auf Leitungsebene, aber auch auf Ebene der Pädagoginnen und Pädagogen, beispielsweise mit dem Bildungsplan 1-10, um Kinder und Eltern zu unterstützen. "Dafür ein übergreifendes Stadtentwicklungsprogramm notwendig, in dem Bildungspolitik, Familien-, Gesundheits-, Sozialpolitik, Stadtplanung und Wohnungsbau, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik eng aufeinander abgestimmt werden", erklärte der Professor.

Senatorin Bogedan unterstrich innerhalb einer Podiumsdiskussion mit Prof. Brügelmann und Johannes Bock von den Linken, die Notwendigkeit dieser Bündelung. "Diese Art der Zusammenarbeit ist auch Inhalt des Koalitionsvertrages. Unter anderem sind wir mit dem Bildungsplan 1-10, den Campus und den Quartiersbildungszentren auf dem Weg, dieser muss aber ausgebaut werden. Es ist notwendig Ungleiches ungleich zu behandeln, um Chancengleichheit erreichen zu können. Wir müssen die Quartiere in schwieriger Lage mehr unterstützen. Auf Basis des schulscharfen Sozialdindexes passiert das schon. Die vorgestellten Projekte geben Mut. Sie zeigen, dass eine intensive Unterstützung funktionieren kann."

In den einzelnen AK Kinder der Bremer Quartiere treffen sich verantwortliche Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Leitungen aus Grundschulen, Kindertagesstätten, Jugendhilfeträgern, Mütter-, Familien-, Quartiers- und Quartiersbildungszentren, um die soziale und bildungsbezogene Situation von Kindern und ihrer Familien zu verbessern. Diese AK arbeiten besonders intensiv dort zusammen, wo die Lage der Familien und teils auch die der Einrichtungen selber prekär ist.

Foto: SKB/ Leonie Werner
Textliche Mitarbeit Leonie Werner