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Was verändert sich durch die Arbeitszeiterfassung an den Pilotschulen?

Für das Schulsystem insgesamt

Die Zeitverteilung des gesamten Kollegiums einer Pilotschule. Foto: Michael Schnelle, SKB-Fotoarchiv Bremen
Die Zeitverteilung des gesamten Kollegiums einer Pilotschule. Foto: Michael Schnelle, SKB-Fotoarchiv Bremen
  • Umdenken vom Deputatsmodell zu einer Jahresarbeitszeit unter Beibehaltung der Unterrichtsverpflichtung.
  • Arbeitszeiterfassung schafft erstmals eine belastbare Datengrundlage über schulische Arbeit außerhalb des Unterrichts.
  • Entscheidungen über Aufgabenverteilung und Entlastung können stärker evidenzbasiert getroffen werden.
  • Das Pilotprojekt soll Erkenntnisse darüber liefern, wie Schule unter den Bedingungen moderner Arbeitszeitregelungen organisiert werden kann.

Ziel ist eine langfristig tragfähige Verbindung von:
o pädagogischer Qualität,
o Gesundheitsschutz,
o Transparenz,
o und moderner Schulorganisation.

Gesundheitsschutz und Arbeitsentlastung

  • Besseres Zeitmanagement: Das „Marathonuhr-Prinzip“ unterstützt eine gleichmäßigere Verteilung der Arbeitszeit durch eine Prognose der zu erwartenden Jahresarbeitszeit unter Fortschreibung der bisherigen Arbeitszeiten über das Schuljahr.
  • Frühzeitige Unterstützung: Bei deutlichen Abweichungen der prognostizierten Jahresarbeitszeit oder Überlastungen kann die Schulleitung gezielt Gespräche und Unterstützungsmaßnahmen anbieten.
  • Ruhezeiten, wie z.B. die tägliche 11-stündige Ruhezeit, die Pausenregelungen nach 6 bzw. 9 Stunden Arbeitszeit sowie die durchschnittliche Höchstarbeitszeit werden abgebildet und können besser eingehalten werden.
  • Gesundheitsschutz wird stärker Teil der schulischen Arbeitsorganisation.
  • Arbeitszeitgespräche schaffen Raum für die gemeinsame Klärung von Arbeitsverteilung, Prioritäten und Entlastungsmöglichkeiten.

Transparenz und Sichtbarkeit von Arbeit

  • Die tatsächliche Arbeitsbelastung wird über das gesamte Schuljahr hinweg nachvollziehbarer – inklusive Belastungsspitzen und Ausgleichsphasen.
  • Tätigkeiten, die bislang oft „unsichtbar“ waren, erhalten mehr Aufmerksamkeit und können künftig besser berücksichtigt werden.
  • Sichtbarkeit aller Tätigkeiten: Nicht nur Unterricht, sondern auch Vorbereitung, Korrekturen, Gespräche, Konferenzen, Aufsichten, Fortbildungen und organisatorische Aufgaben werden erfasst. Dadurch wird die gesamte Arbeitsleistung sichtbar.

Struktur und Organisation des eigenen Arbeitsalltags

  • Bewusstere Differenzierung zwischen Arbeits- und Freizeit und damit Vermeidung von Entgrenzung.
  • Einfache digitale Routinen werden in den Schulalltag integriert.
  • Einheitliches Verfahren zur Dokumentation der Arbeitszeit in definierten Kategorien.
  • Mehr Transparenz über eigene Arbeitszeitkonten und Arbeitszeitentwicklung.
  • Freizeitausgleich und Arbeitszeitkorrekturen werden nachvollziehbarer organisiert.

Zusammenarbeit und Kommunikation

  • Lehrkräfte kommunizieren grundsätzlich innerhalb der Arbeitszeiten
  • eine dauerhafte „24/7-Erreichbarkeit“ soll vermieden werden.
  • Späte Veranstaltungen (z. B. Elternabende oder Konferenzen) werden künftig stärker unter dem Gesichtspunkt von Ruhezeiten und Arbeitsbelastung geplant.
  • Terminplanungen werden insgesamt bewusster auf Belastungssituationen abgestimmt.
  • Kategorisierte Arbeitszeiterfassung schafft Transparenz über Aufgabenverteilungen und kann eine fairere Verteilung zusätzlicher Aufgaben unterstützen.
  • Die Verantwortung für Gesundheits- und Arbeitsschutz im Rahmen der Fürsorgepflicht wird stärker operationalisiert und unterstützt.
  • Belastungsspitzen im Schuljahr werden sichtbarer und können bei Planungen berücksichtigt werden.
  • Schulleitungen erhalten bessere Möglichkeiten, Belastungen und Arbeitsverteilungen im Kollegium frühzeitig zu erkennen und zu intervenieren.
  • Arbeitszeitgespräche werden zu einem festen Bestandteil von Fürsorge und Gesundheitsmanagement.
  • Schulleitungen erhalten einen Überblick über die effektiv zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen
  • Schulorganisation kann stärker datenbasiert erfolgen.
  • Mit Hilfe belastbarer Daten kann gemeinsam mit Verwaltung und Politik das Arbeitsumfeld Schule gestaltet werden.
  • Langfristig können stabilere Arbeitsbedingungen und verbesserter Gesundheitsschutz zu mehr Kontinuität und Verlässlichkeit im Schulalltag beitragen. Überlastungssituationen von Beschäftigten, die zu Unterrichtsausfällen führen, sollen früher erkannt und reduziert werden. Die Unterrichtsversorgung soll so verbessert werden.
  • Die Pilotphase soll helfen herauszufinden, wie Schule organisatorisch besser auf die tatsächlichen Anforderungen des pädagogischen Alltags reagieren kann.
  • Ziel ist eine nachhaltigere Arbeitsorganisation und eine Verbesserung der Strukturen an Schulen.
  • Elternabende oder schulische Abendveranstaltungen werden künftig bewusster geplant.
  • Kommunikationszeiten werden stärker an Arbeitszeiten orientiert.
  • Die Transparenz über Arbeitsbelastungen kann langfristig zu nachvollziehbareren organisatorischen Entscheidungen an Schulen beitragen.
  • Ziel ist nicht weniger Engagement, sondern eine nachhaltigere und gesündere Organisation schulischer Arbeit.