Pressemitteilung
Bremen, den 02.09.2026
Bremen investiert deutlich in die frühkindliche Bildung: Rund eine halbe Milliarde Euro fließen jährlich in die Kitas und damit 100 Millionen Euro mehr als noch zu Beginn der Legislaturperiode 2023. Im Fokus steht die Qualität: Die Sprachförderung für Vorschulkinder soll mit einer geplanten Gesetzesänderung verbindlich werden. Damit Sprachentwicklung schon jetzt gezielter erfasst und gefördert werden kann, kommt zum neuen Kita-Jahr ein neues Instrument zur Sprachstandsfeststellung hinzu. Zugleich rücken Kitas und Grundschulen ab 2026 enger zusammen, damit Übergänge besser gelingen.
Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles betont: „Zu diesem Kitajahr haben wir allein im Bereich der Sprachförderung die Ausgaben noch einmal auf 7,7 Millionen Euro angehoben. Besonders wichtig ist mir, dass die Angebote auch bei den Kindern ankommen, denn gute Kitas schaffen echte Chancen – und zwar für jedes einzelne Kind. Deshalb haben wir die Anmeldeprozesse stark vereinfacht.“
Kita-Versorgung weiter auf hohem Niveau
Zum Kita-Jahr 2026/27 konnte Bremen die von Eltern angemeldeten Rechtsansprüche auf einen Kitaplatz erneut erfüllen. Insgesamt stehen 25.131 angebotene Plätze zur Verfügung – 6.293 in der Krippe und 18.838 im Elementarbereich.
Bremen erleichtert Familien die Suche nach einem Betreuungsplatz und erreicht damit deutlich mehr Kinder. In der Hauptanmeldephase bis zum 31. Januar 2026 wurden 5.642 Kinder neu angemeldet. Zum 1. August waren es bereits 6.811 (3.512 Krippen- und 3.299 Elementarkinder). Erklärvideos sowie vereinfachte und mehrsprachige Anmeldeangebote im Kitaportal haben damit dazu beigetragen, dass sich nach der Hauptanmeldephase 1.169 Familien zusätzlich für einen Platz entschieden.
Zum Stichtag 14. August 2026 verfügten von den 6.811 neu angemeldeten Kindern 94,4 Prozent über einen Betreuungsvertrag. Lediglich 1,7 Prozent der Kinderbefinden sich im zentralen Vermittlungsportal, d.h. sie haben zunächst drei Absagen durch ihre Wunscheinrichtungen erhalten. Aufgrund wohnortnaher Platzkapazitäten ist davon auszugehen, dass auch diese Kinder zeitnah vermittelt werden. Weitere Kinder stehen auf einrichtungsbezogenen Wartelisten oder haben sich erst kürzlich angemeldet. Insgesamt konnte die Zahl der Kinder, die bisher noch keinen Betreuungsvertrag haben, gegenüber den Vorjahren drastisch gesenkt werden: von 1.623 in 2024 auf 1.166 in 2025 auf jetzt 380.
Auch die Betreuungsquote ist weiter gestiegen: In der Krippe lag sie 2026 bei 30,4 Prozent (Vorjahr: 29 %), im Elementarbereich bei 90,8 Prozent (Vorjahr: 87,5 %). Besonders deutlich stieg sie seit 2023 bei den 3- bis 4-Jährigen – von 74 auf 87 Prozent.
Sprachförderung wird gestärkt
Bremen stärkt die Sprachförderung in Kitas Schritt für Schritt: Ab 1. Januar 2027 wird zunächst ein Beobachtungs- und Dokumentationsinstrument – etwa das wissenschaftlich evaluierte Programm BASIK – eingeführt. Es macht die Entwicklung der Kinder sichtbar. Darauf aufbauend wird die Sprachförderung für Vorschulkinder mit der sich bereits im Gesetzgebungsverfahren befindlichen Änderung des BremSchulG zum Kita-Jahr 2027/28 verbindlich.
Auch finanziell wird die Sprachförderung deutlich aufgewertet. Die Investitionen allein in die Sprachförderung steigen von 2,9 Millionen Euro (2021) auf 7,7 Millionen Euro in diesem Jahr. Dadurch kann trotz des Fallzahlanstiegs für Kinder, die nach dem Primo-Test einen Sprachförderbedarf aufweisen, weiterhin ein zusätzliches Sprachförderangebot in Kleingruppen direkt in der Kita sichergestellt werden. Der Sprachförderbedarf ist weiterhin hoch: Im Kita-Jahr 2025/26 wurden 3.063 Kinder mit Sprachförderbedarf festgestellt, nach 3.004 im Vorjahr. Gleichzeitig gibt es etwas weniger Sprachförderkinder ohne Kitaplatz: Ihre Zahl sank leicht von 246 im Vorjahr auf 226 im Jahr 2026.
Kitas und Grundschulen arbeiten enger zusammen – curricular und strukturell
Ab diesem Kita-Jahr sind zudem erstmals alle Kitas und Grundschulen in Verbünden organisiert. Die 318 Kitas und 94 Grundschulen stärken dabei auch die gemeinsame Arbeit am Bildungsplan 0–10. So werden Bildungsprozesse von der frühen Kindheit bis zur Grundschule kontinuierlicher gestaltet und Übergänge besser begleitet.
Kita-Ausbau mit regionalem Fokus
Die angebotenen Plätze sind aktuell zu rund 93 Prozent ausgelastet (Krippe 89 Prozent, Elementar 94 Prozent). Während die Nachfrage in Hemelingen, Osterholz und Vegesack etwas geringer ist, sind die Plätze in Oberneuland, Findorff und Schwachhausen in diesem Kita-Jahr besonders stark ausgelastet.
Bremen steuert den Ausbau der Kita-Plätze gemeinsam mit den Trägern gezielt nach Bedarf und Bevölkerungsentwicklung. So werden regionale Engpässe abgefedert, wohnortnahe Betreuungsangebote gesichert und zugleich unwirtschaftliche Überkapazitäten vermieden. Wo der Bedarf es zulässt, werden Plätze – etwa durch den Abbau von Mobilbauten, die Umstrukturierung stark ausgelasteter Standorte oder die Umwandlung von Angeboten – in Abstimmung mit den Trägern reduziert. Deshalb wächst die Zahl der tatsächlich vorgehaltenen Plätze insgesamt zuletzt nur noch geringfügig.
Neubauten und Erweiterungen im Kitajahr 2026/27
Gleich 5 Einrichtungen konnten oder können seit Anfang 2026 in Betrieb genommen werden.
Zudem sind zahlreiche Erweiterungsbauten entstanden.
Fachkräfte gewinnen und sichern
Bremen erreicht bei Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften einen neuen Höchststand. Der noch bis vor Kurzem deutlich spürbare Fachkräftemangel hat sich nahezu aufgelöst. 2026 haben 462 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ausbildung zu staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern erfolgreich abgeschlossen (34,4 Prozent mehr als 2021 und 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr). Damit liegen die Ausbildungszahlen bei einem historischen Höchststand. Von 2020 bis 2025 wurden zudem 418 Teilnehmende durch Qualifizierungsprogramme auf künftige Gruppenleitungsaufgaben vorbereitet.
Auch in diesem Kita-Jahr wird die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher weiter steigen. Durch die deutlich vereinfachten Verfahren zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse rechnet der SKB 2026 mit rund 150 Anträgen für Erzieher:in und Sozialarbeiter:in.
Mehr Geld für Kitas und Träger
Die Ausgaben für den Kita-Betrieb sind seit 2021 von 329 auf 457 Millionen Euro jährlich gestiegen. Ab August 2026 erhalten referenz- und richtlinienfinanzierte Träger (das sind in der Regel freie und gemeinnützige Träger beziehungsweise in der Regel Elternvereine) zudem jährlich 1,5 Millionen Euro mehr für Sachkosten. Die Tariferhöhung für pädagogisches Personal führt 2026 allein im Bereich der richtlinienfinanzierten Einrichtungen zu 800.000 Euro zusätzlichen Mitteln für diese Träger. Über die Bundesinvestitionsprogramme können 2026 in Bremen insgesamt 28 Maßnahmen mit einem Volumen von 4 Millionen Euro gefördert werden. Zudem kann an zehn Standorten von KiTa Bremen ein trägerinternes Schutzkonzept umgesetzt werden. Mit der Überarbeitung der Kita-Investitionsrichtlinie wird die Förderung künftig breiter aufgestellt und das Verfahren vereinfacht. Neben betriebsbedingter Ausstattung können künftig auch Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Digitalisierung gefördert werden.
Ausblick: Ausbildung, Elternarbeit, Qualität und Medienbildung stärken
Auch nach dem Start des neuen Kita-Jahres entwickelt Bremen die frühkindliche Bildung weiter. Ab 2027 wird mit InRa die Erzieherinnenausbildung modernisiert; vorgesehen sind ein größerer Praxisanteil, BAföG und der Bereich der Sprachbildung und -föderung soll als Pflichtmodul für alle Auszubildenden fester Bestandteil des Kompetenzerwerbs werden.
Einen Entwurf für eine Qualitätsvereinbarung hat der Senator für Kinder und Bildung nach einer gemeinsamen Arbeitsphase mit den Bremer Kita-Trägern in der AG 78 vorgelegt, der sich aktuell in finaler Abstimmung befindet. Ziel ist es, die Qualität der Betreuung weiterzuentwickeln, Bildungszeiten bestmöglich zu nutzen und Ausfallzeiten verlässlich zu reduzieren. Auch die Zusammenarbeit mit Eltern soll verbindlicher gestaltet werden. Auch hier ist ein Vertragsentwurf in Finalisierung. Zudem wird Bremen Kinder frühzeitig und altersgerecht an einen sicheren Umgang mit digitalen Medien heranführen. Ein erstes Rahmenkonzept wurde entwickelt und wird nun entsprechend des Bildungsplans 0-10 um den schulischen Bereich erweitert.
Ansprechpartnerin für die Medien: Patricia Brandt, Tel.: 361-2853, E-Mail: patricia.brandt@bildung.bremen.de