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Schülerinnen und Schüler im Einsatz beim Hurricane

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25.06.2018 - Das Hurricane-Festival lockte am Wochenende rund 65.000 Fans nach Scheeßel. Viele Bands waren zu hören, die Stimmung war gut, doch das musikalische Spektakel läuft nicht immer für alle Zeitgenossen reibungslos ab. Rund 2.000 Notfälle mussten versorgt werden. Dabei sind die Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes nicht alleine im Einsatz. Seit 2012 sind auch Auszubildende des Schulzentrums Walle in Bremen nicht nur dabei, sondern mitten drin. In diesem Jahr arbeiteten 35 angehende Medizinische Fachangestellte zumeist im anstrengenden Schichtdienst. Die Berufsschülerinnen und -schüler werden für den Einsatz von ihren Arbeitgebern ganz oder teilweise freigestellt. Sie kommen aus Facharztpraxen in Bremen und Umgebung.

Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung, und Erika Hötte von der Schulleitung des SZ Walle sahen sich vor Ort um, sprachen mit Einsatzkräften, Lehrkräften, Betreuern sowie Schülerinnen und Schülern. Letztere kommen in ihrem normalen Arbeitsalltag häufig nicht mit Notfällen in Berührung. "Das gilt beispielsweise für augenärztliche Praxen", sagte Frauke Toppe, Lehrerin am SZ Walle. Während des Festivals ist das ganz anders. "Gestern mussten wir beispielsweise jemanden mit einem Beinbruch ins Krankenhaus schicken. Die Notfälle reichen von der kleineren blutenden Wunde bis zum Schlaganfall", so Toppe, die eine der Initiatorinnen des ehrgeizigen Projektes ist. Jan Lukas Bürger, Ehrenamtler beim DRK und Leiter des Hauptbetreuungszeltes, ergänzte: "Eine herausgesprungene Kniescheibe, Knöchelverletzungen, mehrere Bänderrisse, Blessuren aus Schlägereien, blutende Wunden und Kreislauf-Kollapse aufgrund erhöhtem Alkohol- und Drogenkonsum waren ebenfalls dabei. Wir sind für die Hilfseinsätze sehr gut ausgerüstet." Rund 80 Menschen mussten am Freitagabend aus der Menge gezogen werden, weil sie, nachdem sich viele Musikfans nach vorne zur Bühne gedrängelt hatten, ohnmächtig geworden waren. Auch gleich neben den Bühnen ist dass DRK mit den Sanitätern sowie den Schülerinnen und Schülern vertreten. Zu tun gibt es insbesondere in den Abendstunden viel. Zimperlich dürfen die Azubis nicht sein und sind es auch nicht. "Wir sind sehr zufrieden mit den Schülerinnen und Schülern aus Walle. Sie sind äußerst engagiert und sehen, wo Hilfe gebraucht wird. Die Kooperation ist Gold wert", lobten Jan Bauer und weitere Mitarbeiter des DRK. Anne Evermann, Lehrerin am SZ Walle, ist von dem Projekt ebenfalls überzeugt: "Das Selbstbewusstsein der jungen Menschen wird enorm gestärkt und sie lernen noch enger im Team zu arbeiten."

Claudia Bogedan zeigte sich überaus beeindruckt von den Leistungen der Berufsschülerinnen und -schüler: „Ich hätte nicht gedacht, dass die jungen Menschen tatsächlich so intensiv mitarbeiten, und überall ganz selbstverständlich mit anpacken. Sie sehen nicht nur über die Schultern der Profis, sie sind mitten drin im Geschehen. Davor haben ich unglaublich großen Respekt. Für das Hurricane im kommenden Jahr wird schon wieder geplant.