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"Wir fangen da an, wo der Bedarf am größten ist"

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04.06.2018 - Betriebsversammlung Kita Bremen. Senatorin Claudia Bogedan betonte, dass bei aller Zeit und Kraft für die notwendige Schaffung von Plätzen auch der Ausbau der Qualität nicht unter den Tisch fallen dürfe. Alle Kitas des städtischen Trägers würden zu Kinder- und Familienzentren ausgebaut. "Dabei fangen da an, wo der Bedarf am größten ist, wo Familien mehr Unterstützung brauchen. Erstmalig steht dafür in diesem Jahr auch Geld zur Verfügung. Ab diesem Sommer werden wir 17,5 Vollzeitstellen Sozialpädagogen in 36 Häuser von Kita Bremen bringen. Das sind 1,6 Millionen Euro im Jahr. Insgesamt sind 26,5 Stellen für ganz Bremen geschaffen worden. Wir begünstigen Kita Bremen besonders, weil die Lasten in den Kitas – gemessen an Sozialindikatoren – am größten sind. Hinzu kommen für die Jahre 2018/19 1,14 Mio. Euro zur Förderung von Kindern mit Beeinträchtigungen", so Bogedan. Für Kitas in Stadtteilen mit schwierigen sozialen Lagen und für die Inklusion werde so der Einstieg in eine Finanzierung ermöglicht, die der sozialen Realität entspreche. Dazu gehöre auch der Einsatz von zusätzlichen Sprachförderkräften.

Die Senatorin ging auch auf Belastungen der Mitarbeitenden ein, speziell auf Lautstärke. In der Industrie seien Arbeitsschutz-Richtlinien eindeutig. Ab einer bestimmten Dezibelzahl müssten Kopfhörer auf die Ohren. "In Kitas geht das natürlich nicht. Lärm ist aber einer der größten Stressfaktoren. Mittlerweile gibt es lärmabsorbierende Platten, die man in fast jeder Einrichtung installieren kann. Wir werden ab Herbst schauen, wie wir das hinbekommen", verspricht Bogedan. Auch auf die erhöhten Ausbildungskapazitäten und weitere Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung (PiA, die vergütete Duale Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher) ging sie ein. "Das ist die richtige Entwicklung. Wir werden uns dafür stark machen, dieses Modell fortsetzen zu können", sagte Bogedan. Am Schluss ihrer Rede bedankte sie sich für das große Engagement aller Mitarbeitenden, die unglaublich viel geleistet hätten.

Dazu einige Daten: Seit 2016 wurden 986 Krippen- und Kitaplätzen sowie 213 zusätzliche Stellen bei Kita Bremen geschaffen, ein Zuwachs von 14 Prozent. Es wurden insgesamt 390 Menschen eingestellt (seit 2014 insgesamt 850). Der bundesweite Fachkräftemangel macht aber auch vor Kita Bremen nicht Halt. Die Geschäftsführung (Wolfgang Bahlmann und Stellvertreterin Petra Zschüntzsch) will zum 1.8.2018 alle Vakanzen besetzen und alle Gruppen eröffnen – ein Kraftakt, der mit diversen Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung einhergeht. Für die Stellen der Sozialpädagogen gibt es übrigens viele Bewerberinnen und Bewerber.