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Macht der Angst – Theater mit 150 Fünft- bis Siebtklässler der Oberschule im Park

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27.04.2018 - Grandios, beeindruckend, unter die Haut gehend – das Musiktheaterstück „Macht der Angst“ sorgt in Gröpelingen für Furore. Nach sechseinhalb Monaten intensiven Lernens führten 150 Schülerinnen und Schüler der Oberschule im Park das multimediale Werk auf der Bühne des Bürgerhauses Am Nonnenberg auf. In dem Stück geht es um eine Schule, an der eine gewalttätige Gang herrscht. Sie erpressen Handys und Geld von anderen Jugendlichen und verbreiten Angst. Einige Unerschrockene wollen sich der Gang mit einem großen Fest und Musik entgegen stellen – darunter Hannah. Sie landet mit Wolf und Moritz imTraumland, in dem sie dem Faun, verschiedenen weiteren Kreaturen und ihren Ängsten begegnen. Zum Schluss stellt sich eine Mehrheit der Gang entgegen – gemeinsam keine Angst mehr haben.

Die Spielkunst der Schülerinnen und Schüler überrascht, macht teilweise sogar sprachlos. Einfach super! Die Jugendlichen agieren – auch mit schwierigen Texten - absolut beeindruckend. Zoe drückte dem Faun ihren ganz besonderen Stempel auf – klasse! Aber auch Sophie als Hannah und die vielen anderen sorgten für Gänsehaut im Publikum. Eine emotionales Stück mit vielen Anstößen zum Nachdenken. Dazu gehörten auch die Kostüme und das Bühnenbild, auch der Spaß kam durch Wortwitz nicht zu kurz. Was für ein toller Auftritt der gesamten Oberschule im Park!

Dabei geht es nicht „nur“ um das Ergebnis, sondern auch um die Lernschritte und das Verständnis für das Thema. Innerhalb des ehrgeizigen Projekts untersuchten Jugendliche verschiedene gesellschaftliche Gruppen und deren Umgang mit Ängsten. Sie gingen dabei der Frage nach, wie extremistische Positionen entstehen und wie diese die Gesellschaft verändern.

„Wir haben in einigen Jugendlichen ein Saatkorn gelegt, es gibt absolute Talente. Insgesamt erlernten die Jugendlichen aufeinander zu achten, Respekt voreinander zu haben, im Team zu agieren und sich auch etwas zuzutrauen. Auch neue Wörter und ihre Bedeutung wurden erlernt, der jeweilige Wortschatz erweitert“, sagt Hans König vom Theatre du pain, Ideengeber, Autor, Regisseur und künstlerischer Leiter des Projekts. Mit unendlicher Geduld und vielen Gesprächen setzte er sich gemeinsam mit en Fünft- bis Siebtklässlern zum Thema auseinander. Leicht sei es nicht immer gewesen, es habe sich aber sehr gelohnt.
Schulleiterin Monika Steinhauer zeigte sich sehr berührt von den Leistungen ihrer Schützlinge und auch stolz: „Es ist großartig, was hier auf der Bühne gezeigt wurde. Ich freue mich sehr und danke allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Unter anderem auch der Start-Stiftung.“

Senatorin Claudia Bogedan beglückwünschte die Schule zu dem äußerst gelungenen Vorhaben. Junge Menschen auf diese Art zu motivieren, sei ein richtiger Weg.