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Bogedan über Pisa 2015: Soziale Herkunft und Bildungserfolg noch besser von einander abkoppeln


Pressekonferenz zur Vorstellung der Pisa-Studie 2015

07.12.2016 - Deutschland landete beim weltweiten Vergleichsschultest Pisa 2015 auf dem 16. von 72 Plätzen. Ganz vorne liegt Singapur, gefolgt von Japan, Estland, Finnland und Kanada. Pisa wird seit dem Jahr 2000 von der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen 15-Jähriger in den zentralen Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu ermitteln. An PISA 2015, das in Deutschland und 56 anderen Ländern erstmals komplett computerbasiert durchgeführt wurde, haben neben den 35 OECD-Staaten 37 Partnerstaaten und -regionen teilgenommen. Es nahmen weltweit mehr als 530.000 Schülerinnen und Schüler teil, in Deutschland waren es 6.504 an 253 Schulen. Neben der naturwissenschaftlichen Grundbildung, die zum zweiten Mal nach 2006 als Schwerpunktdomäne untersucht wurde, wurden die mathematische Kompetenz und die Lesekompetenz getestet.

Dabei liegen die deutschen Schülerinnen und Schüler in den drei Kompetenzbereichen Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik jeweils deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Im Bereich Lesen setzt sich der kontinuierliche Aufwärtstrend fort, in Mathematik gibt es keine signifikanten Veränderungen. In der Hauptdomäne Naturwissenschaften sind die Leistungen gegenüber 2006 konstant geblieben. Allerdings erklärten die "Pisa-Wissenschaftler", dass 15-jährige Deutsche zwar solide Wissensleistungen abgeliefert hätten, im Vergleich zu Spitzenländern wie Singapur oder Japan aber zeigten. Nur jeder zweite Schüler in Deutschland sage von sich, dass er gerne oder sehr gerne Neues in den Naturwissenschaften dazulerne. Im OECD-Durchschnitt dagegen seien es 66 Prozent. Besonders Mädchen können sich in Deutschland nur wenig für Naturwissenschaften begeistern.

KMK-Präsidentin und Senatorin für Kinder und Bildung, Dr. Claudia Bogedan hatte die Pisa-Studie in Berlin mit vorgestellt: "Das, was wir aus PISA 2015 herauslesen sollten, sind die Hinweise, die wir im Vergleich zu anderen Ländern lernen können. Wir sehen, dass wir nach wie vor Probleme haben, soziale Herkunft und Bildungserfolg voneinander zu koppeln. Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber berücksichtigen, dass sich die Kontextbedingungen in Deutschland verschlechtert haben - wir haben es mit zunehmender Armut zu tun, mit einer wachsenden Spaltung zwischen Arm und Reich -, und doch gelingt es den Schulen, trotz der erschwerten Bedingungen, besser die soziale Herkunft und den Bildungserfolg voneinander abzukoppeln. Das heißt, wir müssen an den Schulen das ausgleichen, was in der Sozialpolitik schiefläuft." Zudem gelinge es noch nicht gut genug, die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen besser auszugleichen. Das sei sehr bedauerlich, erklärte Bogedan. "PISA 2015 macht deutlich: Gerade in Naturwissenschaften und in Mathematik dürfen wir bei der Mädchenförderung nicht nachlassen, denn wir können auf die Frauen auch künftig nicht verzichten."

Weitere Informationen:
http://www.oecd.org/berlin/themen/pisa-studie/